
LES GEORGES LENINGRAD
SUR LES TRACES DU BLACK ESKIMO
TOM53 | released: 09/05/2005 | CD
Electrified
Das zweite Album der aus Montreal stammenden Elektropunks LES GEORGES LENINGRAD, dass Dank Tomlab nun auch in unseren Breiten zu beziehen ist, ist unseres Erachtens das zur Zeit mit das Beste was das Metier zu bieten hat. Die insgesamt 12 Tracks der CD klingen dabei wie eine gekonnte Mischung aus No Wave Anleihen a la WIRE, den PIXIES oder den NUMBERS und schön schrägen Elektroknallern in der Manier von ADULT, MAGAS oder des ERSATZ AUDIO Outputs insgesamt. Unweigerlich werden so Erinnerungen an die englischen HYBRID KIDS und ihr sehr gelungenes Steward Cover Do y think `m sexy wach. LES GEORGES LENINGRAD sind - Pony P, die mit ihrer seltsam mißtönenden, jedoch bestechenden Stimme die Führung übernimmt - Mingo L`Indien, der die Verantwortung für diverse elektronische Gadgets sowie die schneidenden Gitarren hat und Bobo Boutin, der maskierte Wahnsinnige, der sein Drumkit mit seinem präzisen und ungewöhnlichen Stil zerlegt und zudem die Background Vocals liefert. Auch wenn Coment te dire adieu oder der Opener Missing Gary doch sehr stark an die berühmt berüchtigt Reykjavik LP von PSYCHIC TV oder ältere RADIO WEREWOLF Stücke erinnern, bei denen vor einer unheimlich anmutenden Klangcollage gesprochene Vocals in perfekter Disharmonie enden, werden eben diese (gerade beim Opener) durch einen an Jean Luc de Meyer aka FRONT 242 männlichen Gesang gebrochen und neu zusammengefügt. Gerade das Miteinander aus abgehackten No Wave Rhythmen und Breaks gepaart mit minimalistisch eingespielten und zum Teil doch brachial klingenden Soundcollagen, die Richard H. Kirk nicht besser hätte erzeugen können, machen unseres Erachtens den bedeutenden Unterschied zu Ersatz Audio oder eben herkömmlichen No Wave Bands aus. LES GEORGES LENINGRAD strotzen voller Tatendrang und Experimentierfreude, was man den Stücken auch deutlich anhört und führen dabei verschiedenste Einflüsse zusammen. Sei es nun das in einer klassischen Bluestonleiter intonierte und gesanglich stark an MISS KITTIN oder eben CHRIS & COSEY erinnernde Nebraska´s Valentine oder eben das deutschsprachige Wunderkind #2, das stärke Ähnlichkeiten zu Acts wie KAS PRODUCT aufweist und nur so voller Minimal Elektronik (80´er) strotzt und piept, blubbert und quiekt. Direkt im Anschluss folgt dann das ungemein den NUMBERS gleichende SUPA DOOPA ...CLICK HERE FOR FREE MP3 DOWNLOAD, seinerseits also abermals ein offener Bruch innerhalb der musikalischen Ausrichtung des Albums. Aber gerade diese offensichtlichen Brüchen zeugen unserer Meinung nach von der Vielschichtigkeit der Georges aus Leningrad und empfehlen diese Platte gerade in Zeiten wo eine Band nach der anderen klingt und von der englischen Presse als der Hype des Jahres zu verkaufen versucht wird (wie die unzähligen THE-Bands) zur Anschaffung, auch und gerade weil nicht jedes Lied in einem 0/8-15 Schemata daherkommt und einfach nur vor sich hin dudelt. LES GEORGES LENINGRAD sind eben mehr als nur No Wave oder nur Electro oder 80´ies Industrial. Und so wird das fröhlich stimmende Mitgewippe von SUPA DOOPA ...CLICK HERE FOR FREE MP3 DOWNLOAD abrupt durch das stark an die 80´er Jahre erinnernde Klangkonstrukte i. S. v. TG, PSYCHIC TV oder gar CABARET VOLTAIRE erinnernde St Mary´s Memorial Hall zer-stört, bevor LES GEORGES LENINGRAD mit Pekin Pekin als LE TIGRE erneut erwachen. Resümierend also ein Album, das ungewöhnllich abwechslungsreich daherkommt und dadurch, vor allem aber auch durch seine 50%ige Tanzflächentauglichkeit zu überzeugen weiß. Also, ein absolutes electrifizierendes MUSS, nicht nur für Minimalisten, Endzeitindustrialisten und Elektropunk-Fanatisten. Matthias Berlin
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